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«Ex-Kampfpilotin Sawtschenko: «Ich bin bereit, mein Leben zu opfern» («Бывшая военная летчица Савченко: «Я готова пожертвовать жизнью»)

«Ex-Kampfpilotin Sawtschenko: «Ich bin bereit, mein Leben zu opfern» («Бывшая военная летчица Савченко: «Я готова пожертвовать жизнью»)
Апрель 16
00:40 2017

Предлагаем вниманию наших зарубежных читателей размещённую на сайте авторитетного немецкого издания Focus статью «Ex-Kampfpilotin Sawtschenko: «Ich bin bereit, mein Leben zu opfern» («Бывшая военная летчица Савченко: «Я готова пожертвовать жизнью»), затрагивающую острые вопросы развития военно-политической ситуации на Украине.

От редакции ENF:

Как полагает автор статьи Гудрун Дометайт (), «Савченко критикует украинские власти за то, что они слишком сильно отстаивают некие «идеологические позиции, которые не нужны народу»: «Когда власть отказывается от собственного народа, обвиняя всех поголовно в сепаратизме, люди перестают верить в совместное будущее»…».

Рекомендуется к прочтению на языке оригинала.

Ссылка на русский перевод — в подвале статьи.

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Nadeschda Sawtschenko war die erste Frau, die in der ukrainischen Armee zur Kampfpilotin ausgebildet wurde. Während des Kriegs in der Ukraine kämpfte sie an der Front und wurde schließlich von prorussischen Kämpfern gefangengenommen. Dann wurde sie zu 22 Jahren Haft verurteilt, bis sie im Frühjahr vorigen Jahres gegen russische Gefangene ausgetauscht wurde.

Seitdem ist sie Abgeordnete – und zwar eine sehr streitbare. Sawtschenko prangert vor allem die Korruption an und versuchte bereits wiederholt, mit den Separatisten in der Ost-Ukraine über die Freilassung von Gefangenen zu verhandeln. Gerade war die Ukrainerin zum wiederholten Male zu politischen Gesprächen in Deutschland. Demnächst will sie zusammen mit Gleichgesinnten eine neue Partei gründen.

FOCUS-Online: Sind Sie eine Kreml-Agentin? 

Nadescha Sawtschenko: Na, das ist ja mal eine Neuigkeit …

… manche in der Ukraine werfen Ihnen dies vor, weil Sie mit pro-russischen Separatisten im Osten des Landes verhandelt haben. Warum haben Sie sich nicht mit Ihrer Partei oder der Regierung abgestimmt?

Für mich zählen nur das ukrainische Volk und seine Interessen. Ich will den normalen Leuten dienen und nicht den Mächtigen. Für die bin ich eher gefährlich, weil mich das gesamte Volk unterstützt.

Woher wollen Sie denn wissen, dass Sie die Unterstützung des gesamten ukrainischen Volkes haben?

Das weiß ich von vielen Treffen im Land. Ich bin von West nach Ost gereist, hab den Leuten zugehört. Das gefällt nicht allen. Deshalb beschuldigt man mich, eine Agentin des Kremls zu sein. Und ich bin in die besetzten Gebiete gefahren. Das ist ukrainisches Territorium. Da muss ich überhaupt keinen um Erlaubnis fragen – weder in Russland noch in der Ukraine. Ich frage den ukrainischen Präsidenten ja auch nicht, ob ich nach Lwow (Lemberg) fahren darf.

In Donetz haben wir von sechs Gefangenen, in Lugansk von vieren erfahren, die wir für tot gehalten haben. Für deren Verwandte war es das größte Glück, als wir ihnen Fotos gezeigt und Briefe übergeben haben. Alle meine Reisen dienten dazu, Ukrainer zu befreien.

Das schließt aber nicht aus, dass Sie russischen Diensten während Ihrer Gefangenschaft versprochen haben könnten, für beide Seiten zu arbeiten.

Ich habe auch noch andere Dummheiten gehört. Ich sei gar nicht im Gefängnis gewesen, hätte keinen Hungerstreik gemacht sondern in Wirklichkeit in Russland satt gelebt. Dass das alles Kino gewesen sei. Aber ich habe nichts außer meinem Leben und meiner Ehre. Meine Ehre verkaufe ich nicht, mein Leben bin ich bereit zu opfern.

Fürchten Sie nicht, dass Russland Ihre Gespräche mit den Separatisten missbraucht? 

Natürlich versucht Russland meine Besuche für seine Zwecke zu nutzen. Aber wenn die ukrainische Seite gesunden Menschenverstand hätte und mich unterstützen würde, würde Russland keine Propaganda betreiben können. Denn Russlands Prinzip ist es ja, Zwietracht zu säen.

Unsere Regierung sollte lieber sagen: Gut gemacht. Das war gefährlich, aber es ist etwas dabei herausgekommen.

Ist das der größte Fehler der ukrainischen Regierung: nicht direkt mit den Rebellen zu reden? 

Es ist dumm, auf ideologischen Positionen zu beharren, die der Bevölkerung nichts nützen. Wenn man sich von den eigenen Leuten lossagt und pauschal alle als Separatisten beschuldigt, hören die Menschen auf, noch an eine gemeinsame Zukunft zu glauben.

Sie arbeiten nun seit fast einem Jahr als Abgeordnete im Parlament. Was kann man politisch dort bewegen? 

Politiker in Russland, Weißrussland, im ganzen postsowjetischen Raum, ticken anders als in Westeuropa. Im Westen gibt es verschiedene Programme und Richtungen, man hält sein Wort. Bei uns gibt es ein einziges System der Macht, ohne Opposition und Koalitionen. Entweder Du passt Dich dem System an, lässt Dir Dein Abstimmungsverhalten bezahlen oder Du verspielst den Weg zur Macht.

Hat man Ihnen auch Geld für Ihre Stimme geboten?

Nein, jeder weiß ja, dass ich dieses System bekämpfe. Deshalb bin ich auch aus der Vaterlands-Partei von Julia Timoschenko (Batkiwschtschina) ausgetreten.  Wenn Du alleine bist, hast Du nur Deine Stimme. Keiner bietet Dir Geld an, weil sich das nicht lohnt.

Aber ohne die Unterstützung von anderen können Sie selber ja auch nichts bewegen.

Mit diesem Parlament kann man sowieso nichts zum Positiven wenden. In der Ukraine reicht es nicht, regelmäßig Wahlen abzuhalten, man muss das gesamte politische System ändern. Diejenigen, die in den vergangenen 25 Jahren an der Macht waren, dürften keinen Zugang mehr dazu haben.

Wollen sie eine eigene Partei gründen? 

Ja, das muss ich einfach. Leicht ist es nicht für mich. Eigentlich mag ich Politik nicht. Ich liebe meinen früheren Beruf als Pilotin. Es fällt mir schwer auf dem Boden zu gehen, besonders in der Werchowna Rada, dem Parlament, weil der Boden dort besonders verseucht ist. Zur Zeit schreiben wir noch an einem Programm, überlegen, wie die staatlichen Strukturen und das Wirtschaftssystem aussehen sollten, damit aus der Ukraine ein blühendes Land wird.

Wer ist „wir“?

Wissenschaftler, Ökonomen, Leute, die aus der Politik gegangen sind. Ich habe ja eine Bürgerplattform (RUNA) gegründet, auf der sich Menschen austauschen können. Das ist noch keine Partei, aber dort schälen sich vielleicht Führungspersonen heraus, die ihre Ideen in einer Partei umsetzen wollen.

Haben Sie nicht mal gesagt,  zur Stabilisierung der Ukraine sei eine Diktatur nötig? Meinten Sie das ernst?

Nach Chaos folgt nicht gleich Ruhe. Stabilität lässt sich dauerhaft nur herstellen, wenn es eine Übergangsperiode mit straffer Führung gibt. Es existieren doch verschiedene Typen von Diktatur – die Tyrannei oder ein System zum Beispiel wie unter Charles de Gaulle. Wir schaffen keine reife Demokratie aus einer Kriegssituation heraus.

In der Ukraine sind theoretisch drei Entwicklungswege möglich: die äußere Diktatur, die innere Diktatur und der Zerfall, wenn nämlich alle Nachbarn das Land unter sich aufteilen. Ich meinte jedenfalls nicht einen Diktator, der über Leben und Sterben von Menschen entscheidet.

Bekommen Sie Unterstützung von außen für Ihre politischen Pläne?

Ich habe die Erfahrungen von Parteien in Europa und den USA studiert. Aber was in Deutschland  funktioniert, muss noch lange nicht in der Ukraine funktionieren. Für eine entwickelte Demokratie braucht es auch ein entwickeltes Bewusstsein. Mit einer neuen Generation haben wir aber die Chance, alles besser zu machen.

Sie beschuldigen die ukrainische Führung der Korruption. Welche Beweise haben Sie eigentlich dafür?

Hilfen, die Europa der Ukraine gegeben hat, sind an kleine Banken geflossen, die man anschließend geschlossen hat. Die Gelder wurden auf private offshore-Konten unserer korrumpierten Führung geleitet. Dafür kann ich auch Dokumente vorlegen. Wir beklagen nicht grundlos die Korruption.

Warum ist es so schwierig, damit fertig zu werden?

Alle profitieren davon. Europa und die USA könnten eigenen Untersuchungen anstellen und die ukrainische Führung zur Rechenschaft ziehen, denn die Gelder hinterlassen ja Spuren. Die USA haben das mit der FIFA doch auch gemacht. Und wir müssten die Privatisierungen der neunziger Jahre untersuchen, eine ehrliche Bestandsaufnahme machen. Aber jeder, der versucht hat, bei uns was zu verändern, ist früher oder später gescheitert.

Sind Sie enttäuscht?  

Ich habe mir nie Illusionen gemacht. Ich habe ja auch in der Armee gesehen, wie schwierig Reformen sind.

 

Foto: Nadeschda Sawtschenko im Parlament der Urkaine

 

(текст на русском языке)

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6 комментариев

  1. Tachenko
    Tachenko Апрель 16, 08:04

    Давайте, москалі погані, облизувати погану сучку і далі. Ми вам цього лайна ще підженемо у вашу рашкину погану яму. Щоб ви там всій своїй натовпом в гівні купалися. Хоча вам не звикати смердіти та ще облизуватися при цьому.(((

    Ответить
    • ИноСМИ
      ИноСМИ Апрель 16, 09:17

      Что, осознал, как Россия ловко подсунула Потрошенко такую бомбу замедленного действия? То-то !!!

      Ответить
    • Гороскоп Ненастий
      Гороскоп Ненастий Апрель 16, 10:32

      Глядите, ребята, как бандеровский упырь психует ))) любо-дорого наблюдать )))

      Ответить
  2. ИноСМИ
    ИноСМИ Апрель 16, 09:18

    Надюха оказалась МОЛОДЕЦ! Такой накат на выродка Потроха организовала — мама не горюй! Так держать!

    Ответить
    • Гороскоп Ненастий
      Гороскоп Ненастий Апрель 16, 10:31

      Партия, созданная Савченко, имеет вполне реальные шансы ))) антипорошенковская направленность — очевидна )))

      Ответить
    • Просто Гоша
      Просто Гоша Апрель 16, 10:34

      за такой подсев под бандеровцев готов простить НАдежде многие ее прошлый сволочизмы!

      Ответить

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