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«Was, wenn er zuschlägt?» («А вдруг он нанесет удар?»)

«Was, wenn er zuschlägt?» («А вдруг он нанесет удар?»)
Март 19
00:40 2017

Предлагаем вниманию наших зарубежных читателей размещённую на сайте авторитетного немецкого издания ZEIT OMLINE статью «Was, wenn er zuschlägt?» («А вдруг он нанесет удар?»), затрагивающую острые вопросы внутренней и внешней политики США.

От редакции ENF:

По ехидному замечанию авторов статьиЙорга Лау () и Михаэля Туманна (), «Трампа подводит память, когда он говорит, что на момент его обучения в колледже Америка могла похвастаться одними лишь военными победами… Во Вьетнаме мировая держава вела войну против повстанцев, которые воевали, не объявляя войну и не капитулируя. Американцы в конечном итоге просто были вынуждены выйти из войны».

Рекомендуется к прочтению на языке оригинала.

Ссылка на русский перевод — в подвале статьи.

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Donald Trump will wieder «Kriege gewinnen». Wo er es versuchen könnte – und was er damit auslösen würde.

Alle US-Präsidenten seit Beginn des letzten Jahrhunderts haben Kriege geführt. Es spricht wenig dafür, dass Donald Trump die Ausnahme sein wird. Im Gegenteil: Gleich zu Anfang seiner Amtszeit hat er seine zentrale Botschaft, er sei ein «Gewinner» und werde Amerika zu neuen Siegen führen, mit Krieg und Aufrüstung verbunden.

Vor zwei Wochen hat Trump gesagt, was passieren muss, damit Amerika wieder groß werden kann: «Als ich in der Highschool und im College war, sagten alle, Amerika hat nie einen Krieg verloren. Und jetzt gewinnen wir keinen Krieg mehr. (…) Wir müssen gewinnen. Wir müssen wieder Kriege gewinnen

Kriege gewinnen? Hat Trump nicht bei jeder Gelegenheit die gescheiterten Kriege seiner Vorgänger im Mittleren Osten kritisiert und behauptet, sie hätten dort alles nur schlimmer gemacht? Was bedeutet es, wenn er nun selber Kriege «gewinnen» will?

In dieser Woche untermauerte Trump seine militärischen Ambitionen mit einer radikalen Umschichtung des Budgets. Die Militärausgaben sollen um zehn Prozent (54 Milliarden Dollar) steigen. Finanzieren will Trump die neuen Panzer, Flugzeugträger und Atombomben, indem er die Ausgaben für Diplomatie, für internationale Organisationen, Entwicklungshilfe und Klimaschutz um bis zu vierzig Prozent zusammenstreicht. Dabei ist die Erkenntnis, dass mangelnde Konfliktprävention oft zur Intervention führt, mit viel Blut erkauft worden.

Diesen Aufrüster wird Angela Merkel am kommenden Freitag endlich zu ihrem verschobenen Antrittsbesuch treffen. Die Kanzlerin und der Präsident werden versuchen, in Washington transatlantische Normalität zu simulieren. Etwa so: Merkel bekräftigt, dass Deutschland künftig mehr Geld für Rüstung ausgeben will, Trump sagt dann vielleicht im Gegenzug mal etwas Nettes über die Nato.

Doch es geht hier um etwas Grundsätzliches. Für Trump ist Stärke ein Zweck an sich. Das Militär muss in die Lage versetzt werden, Schlachten zu gewinnen. Die teuersten und fortschrittlichsten Waffensysteme sind Ausdruck der nationalen Stärke. Stärke wiederum übersetzt sich in Macht, und Macht in Sieg.

Das ist ein Bruch mit dem strategischen Denken seit dem Vietnamkrieg. Die meisten Generäle sehen die Ursachen für kriegerische Auseinandersetzungen seither in ungelösten politischen Konflikten, die selten allein durch Gewalt befriedet werden können.

Unter Amerikas Kriegen im vergangenen Jahrhundert waren heroische Einsätze zur Rettung der Zivilisation wie die beiden Weltkriege, «humanitäre» Missionen wie im Kosovo und in Libyen, weltanschauliche Kriege gegen die befürchtete Ausbreitung des Kommunismus wie in Vietnam oder gegen den islamistischen Terror in Afghanistan und immer wieder unverhüllt imperialistische Interventionen, etwa in Lateinamerika.

Nicht nur die Begründung, auch die Gestalt des Krieges hat sich immer wieder gewandelt – vom Krieg zwischen Staaten zur verdeckten Spezial-Operation, vom asymmetrischen Anti-Guerilla-Krieg bis zu Obamas heimlichem Drohnenkrieg über Kontinente hinweg.

Wenn Donald Trump sagt, Amerika habe Kriege gewonnen, als er jung war, trügt ihn die Erinnerung. Den letzten großen Krieg, den Amerika mit Glanz und Gloria gewann, war der Zweite Weltkrieg gegen Deutschland, und der ging ein Jahr vor Trumps Geburt zu Ende. Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderte sich der Krieg und damit das Gewinnen und Verlieren.

Frankreich bekam das im Indochinakrieg zu spüren, aus dem sich die Kolonialmacht 1954 gedemütigt zurückzog. Die USA scheiterten zwanzig Jahre später am gleichen Ort, in Vietnam. Es war ein Krieg einer Weltmacht gegen eine Guerilla-Organisation, die kämpfte, ohne zu erklären oder zu kapitulieren. Am Ende gaben die Amerikaner auf.

Der asymmetrische Krieg wurde zum Muster für viele Konflikte, in denen Großmächte an kleinen Staaten verzweifelten, denen sie vielfach überlegen waren. Die Sowjets machten in Afghanistan dieselbe Erfahrung. Die Amerikaner ebendort und im Irak ab 2003. Die Kriege neuen Typs zielen nicht auf eine Entscheidung, sondern auf die Erschöpfung in der Endlosschleife. Der Syrienkrieg dauert jetzt schon so lang wie der Zweite Weltkrieg, der Afghanistankonflikt mehr als doppelt so lang.

Solche Konflikte sind mit militärischen Mitteln nicht zu beenden. Henry Kissinger, der langjährige US-Außenminister, beobachtete schon im Vietnamkrieg: «Die Guerilla gewinnt, wenn sie nicht verliert. Die konventionelle Armee verliert, wenn sie nicht gewinnt.»

Drei Konflikte mit gewaltigen Eskalationsgefahren

In drei Konflikten könnte Trumps Ankündigung, wieder gewinnen zu wollen, geprüft werden. Der Streit um Nordkoreas Atomprogramm steht vor einer möglichen Eskalation; im Kampf gegen den IS hat Trump die «Auslöschung» der islamistischen Terroristen angekündigt; und gegenüber dem Iran droht er mit der Aufkündigung des Nuklearabkommens – die Folge könnte ein Angriff auf die Anreicherungsanlagen sein.

Nordkorea

Sanktionen und diplomatischer Druck haben Nordkorea nicht davon abgebracht, immer wieder Atombomben und Trägerraketen zu erproben. Nun sind Interkontinentalraketen in der Entwicklung, die potenziell Amerika treffen könnten. Die USA hätten die Möglichkeit, die Nuklearanlagen und die Raketensilos anzugreifen, doch jede solche Aktion würde einen Gegenschlag auf das verbündete Südkorea provozieren.

Und beim letzten Mal, als auf der Halbinsel Krieg ausbrach, führte dies zum direkten Konflikt mit China, Nordkoreas Paten. Das wäre zwar eine Gelegenheit, amerikanische Stärke zu demonstrieren. Trumps Aufrüstungsprogramm – vor allem der Navy – ist wie geschaffen für einen Großmachtkonflikt. Doch im Unterschied zu den fünfziger Jahren, als China eine arme kommunistische Entwicklungsdiktatur war, ist es heute ebenso eine hochgerüstete Atommacht.

Außerdem: Welchen Schaden würde die Wirtschaftsmacht USA sich selbst antun mit Angriffen auf das Land der iPhone-Fabriken?

Für Trumps Vorgänger Barack Obama war Syrien ein No-go-Konflikt, diese Lehre hatte er aus den Interventionen im Irak und in Afghanistan gezogen. Für Donald Trump scheint Syrien ein aussichtsreiches Schlachtfeld zu sein. In diesem Monat hat der US-Präsident noch einmal 400 Soldaten der Spezialkräfte nach Syrien entsandt.

Mit insgesamt 800 Mann sind die USA ein kleiner Spieler im syrischen Kriegstheater. Noch. Das Pentagon plant, 1.000 weitere Soldaten als Kampfreserve in Kuwait gegen die IS-Terroristen zu stationieren. Doch sind die wesentlichen Fragen nicht geklärt. Vor allem diese: Wenn die USA mit ihren örtlichen Verbündeten das syrische Rakka oder andere Städte erobern, wer soll die Stadt bekommen, wer das Land drumherum?

Wer sind eigentlich die Bündnispartner der USA in Syrien? Und wer ist der Gegner? Nur der IS oder auch das Regime? Viele US-Kommandeure sehen in den syrisch-kurdischen Verbänden einen unverzichtbaren Bündnisgenossen. Andere US-Militärs warnen, dass man dann den türkischen Nato-Partner verlieren würde.

Trotzdem scheint Donald Trump entschlossen, mehr US-Bodentruppen in die Ungewissheit zu entsenden, um seinem Versprechen nachzukommen, «die Terroristen vom Erdboden zu radieren». Die amerikanischen Soldaten werden in einer toxisch aufgeladenen Umgebung operieren, die viel schwieriger ist als der Irak oder Afghanistan. «Eine Hochrisiko-Mission», findet der ehemalige US-Botschafter in Damaskus, Robert Ford.

Iran

Das Atomabkommen mit dem Iran hat Trump als den «schlechtesten Deal von allen» bezeichnet. Im Wahlkampf hatte er die Aufkündigung versprochen. Doch seither ist nichts passiert. Das liegt nicht daran, dass er das Abkommen plötzlich schätzt, sondern dass er die Schuld an seinem Scheitern Teheran zuschieben möchte.

Die neue Taktik der US-Regierung scheint zu sein, das Abkommen durch neue Sanktionen und Schikanen so zu entwerten, dass der Iran von sich aus den Vertrag kündigt. Der beste «Partner» dafür sind die inneriranischen Gegner von Präsident Hassan Ruhani, die Revolutionsgarden. Im Februar verhängten die USA Sanktionen gegen Mitglieder der Revolutionsgarden und Personen, die am Raketenprogramm tüfteln.

Die Garden reagierten mit einer dreitägigen Militärübung, bei der auch neueste Raketen getestet wurden. Schon waren die neuen Sanktionen gerechtfertigt – und US-Verteidigungsminister Mattis bezeichnete den Iran als größten staatlichen Terrorsponsor. Im März legte der Iran nach und testete eine iranische Version des russischen Raketenabwehrsystems S-300.

Deshalb meinen Militärexperten in Washington, aber auch in Jerusalem und arabischen Hauptstädten, für eine militärische Entwaffnung des Irans sei Eile geboten. Als Israels Premier Benjamin Netanjahu im Februar das Weiße Haus besuchte, warb er für eine neue Nahostpolitik, für ein Militärbündnis Amerikas mit Israel und «unseren neuen arabischen Partnern».

Trump schlug ein: «Das ist etwas ganz Neues, und es ist ein viel größerer und wichtiger Deal. Er würde viele Länder und ein riesiges Territorium umfassen.» Er würde allerdings auch dem Interesse Russlands entgegenstehen, sich als Schutzmacht der Diktatoren in der Region zu etablieren.

Hinter allen drei Konflikten lauern also gewaltige Eskalationsgefahren. Ob aus Absicht oder aus Versehen – Trump könnte schnell in einen großen Krieg geraten. Ob die USA, ja ob irgendjemand als Sieger daraus hervorgehen könnte, darf bezweifelt werden.

Foto (© Jabin Botsford, The Washington Post via Getty Images): US-Präsident Donald Trump vor Anhängern in Nashville

(текст на русском языке)

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1 комментарий

  1. Петров Евгений
    Петров Евгений Март 19, 19:04

    А что… Очень даже может быть подобный удар! ))))))))

    Ответить

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